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Meine kleine große Welt – Outfits, Ershopptes und Erlebtes

Schwangerschaft – Die Geburt

Ja ihr Lieben, ihr lest richtig! Unsere Tochter Mira ist geboren und somit meine Schwangerschaft vorüber.

Von mir wurde sich ein Geburtsbericht gewünscht und diesem Wunsch, komme ich gerne nach. Ich hoffe also die nun folgenden Zeilen gut verpackt zu bekommen, schließlich ist so eine Geburt ja auch ein sehr emotionales Erlebnis, sowohl für mich als auch für meinen Mann.

40 Wochen. Eine so lange Zeit. Und nicht zu selten habe ich erwähnt, wie schnell diese Zeit vergeht. Die ersten zwölf Wochen sind stark von Hoffen und Wünschen geprägt. Das diese kritische Phase der Schwangerschaft schnell vergeht und vor allen Dingen, dass alles gut geht. Eine Mischung aus Angst und Freude, denn es wird einem bewusst, auch wenn die Schwangerschaft gewünscht war, dass sich von nun an das gesamte Leben verändert. Aber auch die Freude darüber, dass es geklappt hat, welche man am liebsten sofort mit der gesamten Welt teilen will, aber dennoch aus Schutz vor einer Enttäuschung vorerst geheim hält.

Dann folgen viele Wochen der Entspannung, zumindest war dies bei mir so. Zwar verschwand meine Schwangerschaftsübelkeit und das Schwangerschaftserbrechen nicht direkt mit Woche 12, sondern erst mit Woche 16, aber danach erging es mir eigentlich bis weit weit über dem dritten Schwangerschaftsdrittel super. Als der Bauch dann auch endlich anfing zu wachsen war ich Glückseelig und genoss es einfach schwanger zu sein. Freute mich über die Tritte und Bewegungen im Bauch, genauso, wie über Miras Schluck auf.

Erst in den letzten 4 Wochen meiner Schwangerschaft wurde ich von den einen oder anderen Wehwehchen geplagt. Wehwehchen deshalb, da es gewiss einigen anderen werdenden Mamas viel viel schlechter geht als es mir ging. Schnelle Erschöpfung, ein wenig Wasser eingelagert, Zwicken und Zwacken im Bauch waren glaube ich meine größten Leiden.

Langsam wurde ich auch nervös, je näher die große 40 rückte. So hatte sich mein Gebährmutterhals bereits seit einigen Wochen verkürzt, aber von so richtigen Wehen oder Übungswehen war irgendwie keine rechte Spur gewesen. Als Erstgebärende ist man ja auch furchtbar unsicher, was welches ziehen nun genau zu bedeuten hat.

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Am Dienstag, den 26. Juli 2016 gegen Abend war es dann soweit und ich hatte ein unregelmäßiges Schmerzgefühl im Bauch. Mal mit 15 Minuten Pause, mal eine Stunde Pause und dann wieder nach fünf Minuten ein erneutes Ziehen. Aber schon ganz anders, als die Schmerzgefühle die ich sonst hier und da mal hatte. Noch war ich aber sehr entspannt und erzählte auch meinem Mann nichts davon. Im Geburtsvorbereitungskurs hieß es, dass man über eine Stunde alle fünf Minuten Wehen verspüren müsse, bevor es ins Krankenhaus ging. Davon war ich weit entfernt, Außerdem Stand am Mittwoch morgen noch mein letzter Gynbesuch vor dem errechneten Stichtag an.

In der Nacht wurde ich zwei oder drei mal wegen des Ziehens wach, die Schmerzen ließen sich aber gut veratmen, also blieb ich weiterhin entspannt.

Am Morgen des 27. Juli 2016 war das Ziehen dann weiterhin da. Es kam immer noch unregelmäßig aber schon deutlich häufiger, als noch am Abend zu vor. Beim Gynäkologen zeigten sich auf dem CTG ebenfalls drei Wehen. Auf dem Stuhl zeigte sich dann, mein Gebärmutterhals war bereits verstrichen und der Muttermund auf ein bis zwei cm geöffnet.

Im Anschluss an meinen Termin telefonierte ich mit meiner Hebamme, die mich zunächst glaube ich noch gar nicht ernst nahm und meine Wehen für Übungswehen hielt. Jetzt informierte ich auch meinen Schatz, der bereits auf seiner Arbeit war über den aktuellen Stand der Dinge, denn ich hatte mittlerweile das Gefühl, dass unsere kleine Bauchmaus doch nun sehr Zeitnah ihre aktuelle Bleibe verlassen wollte.

Zu Hause angekommen, fing ich an meine Wehen zu tracken mittels einer App. So sah ich um wie viel Uhr und für wie lange jede Wehe kam. Mittlerweile musste ich mich auch bewegen, um einfach besser mit dem Schmerz zu Recht zu kommen und so beugte ich mich immer über unsere Esstuhllehne, ließ die Hüften kreisen und atmete, wie es im Geburtsvorbereitungskurs besprochen war. Etwa gegen 14 Uhr telefonierte ich dann erneut mit meiner Hebamme, um ihr mitzuteilen, dass meine „Übungswehen“ nun doch ganz schön schmerzhaft und häufig kamen, nämlich alle 5-6 Minuten. Wir verabredeten uns für 16 Uhr in der Klinik.
Mein Mann hatte mittlerweile schon eine gewisse Vorahnung und erkundigte sich regelmäßig nach meinem Befinden und so teilte ich ihm dann auch mit, dass er früher Feierabend machen musste.

Entgegen all meinen Vorstellungen, war ich auch jetzt noch super entspannt und ruhig. Ich hoffe, so auch meinen Mann ein wenig beruhigt zu haben, denn ich wusste, dass er natürlich auch nervös sein wird.

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Mit unserem halben Hab und Gut sind wir dann auf in Richtung Klinik. Ich kann übrigens jedem empfehlen, sein eigenes Stillkissen mit zu nehmen, in meiner Klinik gibt es nur die Stillkissen, mit Kügelchenfüllung, mein privates hat aber eine feste Füllung, was ich als viel bequemer empfand.

In der Klinik angekommen, wurde ich als erstes Untersucht. Meine Schwägerin hatte mir schon erzählt, dass diese Untersuchungen von unten her, wenn es losgeht, sehr sehr unangenehm sind und so war es auch. Mittlerweile war mein Muttermund bei fünf cm geöffnet. Auf dem CTG zeigten sich dann auch weitere Wehen. Im Anschluss daran wurde dann noch eine Ultraschalluntersuchung gemacht, um zu sehen, wie die kleine Bauchmaus liegt und wie groß und schwer sie nun war. Geschätzt wurde sie nun mit 3200g, allerdings können Differenzen von + / – 500g der Fall sein.

Zur eigenen Sicherheit, bekam ich nun noch einen kleinen Einlauf zum Abführen, als diese Geschäfte geschafft waren, sollte ich für eine halbe Stunde in die Badewanne.
Ich persönlich empfand die Badewanne nicht als besonders entspannend oder angenehm. Trotz stützendem Fußteil fühlte ich mich zu klein in der Wanne und konnte irgendwie nicht so richtig entspannt liegen. Im Anschluss daran folgte wieder eine schmerzhafte Untersuchung von unten her, welche ergab, dass der Muttermund nun schon auf sieben bis acht cm eröffnet war. Wow, das ging wirklich schnell!

Mittlerweile wurden die Wehen auch nochmal deutlich stärker und schmerzhafter und ich verspürte schon einen deutlichen Druck nach unten, durfte aber noch nicht pressen.

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Meine Hebamme empfahl mir nun eine PDA, also eine Betäubung, die meine untere Körperhälfte schmerzfrei machte, denn zum einen war mein Becken bzw die Schambeinknochen sehr eng für meine Maus und ich hätte deutlich mehr entspannen müssen, um ihr das Durchkommen einfacher zu machen. Zum anderen verkrampfte ich bei jeder Untersuchung von unten her so, dass mein Muttermund wieder härter wurde. Im Ernst, für mein Empfinden waren diese Untersuchungen schlimmer als jede Wehe bis dahin.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die Geburt ohne Schmerzmittel zu leisten. Da meine Hebamme mir dies aber empfahl, damit sich die Geburt nach dem guten und schnellen Start nun nicht unnötig in die Länge zog, weil ich so verkrampft war, stimmte ich zu.

Gegen halb acht erhielt ich dann die PDA. Das Legen der PDA hatte ich mir immer als sehr schlimm und schmerzhaft vorgestellt, dem war aber gar nicht so. Das schlimmste war eigentlich die Anästhesistin, die meinte während der Belehrung der Nebenwirkungen witzig sein zu wollen. So ergab sich folgendes Gespräch:
Anästhesistin: „…im schlimmsten Fall kann man daran sogar sterben.“
Ich: „Naja, sie wissen ja schon, was sie da tun.“
Anästhesistin: „Naja, irgendwann muss der Eingriff ja mal klappen“.
Absolut unwitzige Aussage, sowohl für mich, die gerade in der nächsten Wehe lag, als auch für meinen Mann. Es dauerte etwa eine halbe Stunde, inklusive Vorbereitung und Nachbereitung. Leider musste zu diesem kleinen Eingriff mein Mann vor die Tür gehen, was ihm nach dem blöden Witz der Ärztin natürlich noch nervöser machte. Er hatte mich bis hierin so toll und wunderbar unterstützt, ich war und bin wirklich dankbar ihn an meiner Seite zu wissen, als mein Ehemann! <3

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Natürlich ging alles gut und kurze Zeit später erging es mir blendend. Ich spürte zwar zu jeder Wehe den Druck, den unsere kleine Maus in meinem Becken auslöste, aber die Schmerzen der Wehe waren weg, ebenso konnte meine Hebamme ohne Probleme von unten her untersuchen, wie weit sich unsere Maus vorgearbeitet hatte – ich spürte lediglich den Druck aber keinerlei Schmerz mehr.

Es war sowohl für mich als auch für meinen Mann ein sehr komisches Gefühl, plötzlich so tiefenentspannt zu sein, keinerlei Schmerz zu haben, auf einmal sogar wieder Hunger empfinden.

Gute zwei Stunden verbachten wir nun so, ab ungefähr 22Uhr durfte ich dann langsam hier und da in verschiedenen Lagerungen mit pressen. Das Pressen machte mir dann durch die PDA ein wenig Probleme. Beim Pressen muss man in den Bauch hinein pressen bzw so, als ob man eben auf der Toilette sitzt und ein großes Geschäft verrichten möchte. Da aber mein Bauch und alles abwärts betäubt war, spürte ich den Duck nicht so recht oder wo ich ihn hinleite. Ich bekam also meistens nur eine knallrote Birne aber konnte nicht genügend Kraft in den Bauch hineinlegen.

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Gegen 23 Uhr kam dann eine Ärztin dazu, die uns in der Geburt half, in dem sie vom Bauch her mit drückte. Auf Grund der PDA hatte ich zwar auch hier die gesamte Zeit keine Schmerzen, aber nichts desto trotz war diese Phase sehr sehr anstrengend und durch das Drücken der Ärztin auch sehr unangenehm. Die Luft war irgendwie noch knapper und ich hatte das Gefühl jeden Moment zu erbrechen, da die Ärztin ja auch mit vollem Gewicht auf meinem Magen drückte.

Endlich kam das Köpfchen langsam zum Vorschein. Ich hätte es gerne durch einen Spiegel gesehen, den gab es aber leider nicht, aber ich durfte tasten. Unsere Tochter hatte schon Haare, wir waren sehr überrascht! Von da an waren noch einige Pressereien nötig. Meine Hebamme nutzte ganz viel von ihrem Öl, um alles geschmeidig zu machen. Dafür war ich sehr dankbar, da ich eine große Angst vor einem Dammschnitt oder Dammriss hatte. So blieb mir dieser dann auch erspart, zwar mussten nach der Geburt zwei kleinere Geburtsverletzungen genäht werden, der Damm aber hatte nichts abbekommen.

Um 23:53 Uhr war es dann soweit!

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Ein riesen Gefühl der Erleichterung machte sich in meinem Unterleib und auch in meinem gesamten Körper breit als unsere Tochter mit einem letzten Pressen aus mir hinaus glitt. Ton mäßig war es ein lautes „Kladderadatsch“, das schönste Geräusch überhaupt, auch wenn das Wort an sich so doof klingt. Wir bekamen unsere kleine Tochter direkt hochgereicht und mir auf die Brust gelegt und sie bekam direkt eine rosige Farbe und fing an zu schreien.

So wunderbar, so schön und so unbeschreiblich. Mit diesem einen Moment endet die Schwangerschaft, 9 Monate sind endgültig vorüber und von diesem Moment an ändert sich unser Leben schlagartig um 180 Grad in ein neues schönes Leben.

Wir sind nun unsere eigene kleine Familie. Mutter Vater Kind <3

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Mira wurde geboren am 27.07.2016 um 23:53 Uhr. Sie war 3290g schwer und 51cm groß. Ihr Köpfchen hatte einen Umfang 34cm <3

Ich kann für mich behaupten, dass ich eine sehr schöne Geburt hatte, Schmerzen, definitiv ja aber nichts desto trotz war es ein sehr prägendes, tolles Erlebnis! Gleiches gilt auch für meine Schwangerschaft. Ich hatte eine wirklich schöne und entspannte Schwangerschaft mit insgesamt nur wenig Leiden. Für beides bin ich sehr sehr dankbar und vor allen Dingen, bin ich dankbar für meinen Mann, der mir immer zur Seite steht und stand, sich so toll kümmert und alles so toll macht! Ich bin so stolz auf ihn <3